77. Hauptversammlung vom Jägerverein Toggenburg (Jahresbericht)


Jahresbericht
des Präsidenten 2017

 

Liebe Jägerinnen und Jäger, sehr geehrte Gäste

Nach der Rindertuberkulose nun die Afrikanische Schweinepest

ASP ist die Afrikanische Schweinepest – eine hochansteckende Erkrankung der Schweineartigen. In Europa betrifft die ASP nur die Haus- und Wildschweine. Es besteht keine Gefahr der Übertragung auf den Menschen. Bei einem Ausbruch der ASP ist jedoch mit sehr schweren wirtschaftlichen Folgen für das betroffene Land zu rechnen.

Im Jahr 2007 wurde die ASP nach Georgien eingeschleppt. Im Juni 2017 wurde sie erstmals in Tschechien bei toten Wildschweinen nachgewiesen und bis Oktober 2017 wurden über weitere 100 Fälle aufgefunden. Es ist zu erwarten, dass eine weitere Ausbreitung nach Westen vorkommen wird: das Risiko einer Einschleppung nach Westeuropa – allenfalls auch in die Schweiz – gilt als sehr gross. Die Frage ist deshalb weniger, ob die ASP kommen wird, sondern viel mehr, wann und wo der nächste Ausbruch auftreten wird.

Die ASP wird durch einen Virus verursacht, das ASP-Virus. Dieses kann monatelang im Blut, Kot oder in Fleischprodukten überleben – ob eingefroren, gekühlt oder bei Raumtemperatur.

Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit infizierten Tieren, deren Produkten und Ausscheidungen, inkl. der Aufnahme von infiziertem Fleisch. Auch Menschen spielen bei der Ausbreitung eine zentrale Rolle, indem sie durch Gegenstände wie zum Beispiel Stiefel, Fahrzeuge, Fleischprodukte und Tierbewegungen das Virus über längere Distanzen transportieren. Der Krankheitsverlauf ist sowohl beim Wild- wie auch beim Hausschwein meistens  kurz und tödlich. In der Regel vergehen weniger als zehn Tage zwischen Infektion und Tod.

Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten und zurzeit ist auch keine Impfung möglich.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) bereitet gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine schweizweite Überwachungsstrategie zur Früherkennung von ASP beim Wildschwein vor.

Jägerinnen und Jäger, die Jagdreisen ins Ausland unternehmen, müssen daran denken, dass das unsichtbare Virus – ohne grosse Vorsichts-massnahmen – in die Schweiz eingeschleppt werden könnte.

Petition Luchs

An der Hauptversammlung 2017 haben 99 Jägerinnen und Jäger von 104 anwesenden Mitgliedern die Petition „Regulation der überhöhten Luchsbestände im Toggenburg“ unterzeichnet. Eine Delegation vom Vorstand Jägerverein Toggenburg überreichte am 11. April 2017 die Petition dem Generalsekretär vom Volkswirtschaftsdepartement, Herr Gildo Da Ros zu Handen Herr Regierungsrat Dr. Bruno Damann.

Die Antwort von Herrn Regierungsrat Dr. Bruno Damann haben wir so, wie wir sie erhalten haben, auf unserer Homepage seit Juli 2017 aufgeschaltet.

Eine Kernaussage der Antwort war, dass zurzeit das Eidgenössische Jagdgesetz revidiert wird. Ein Teil der Revision soll die Regulation geschützter Arten beinhalten. Damit sollen die Kantone in Zukunft, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, beim Wolf und Luchs einen gewissen Teil der Population abschöpfen können (also Regulation), ohne den Bestand zu gefährden. Dieses Modell wird seit 40 Jahren beim geschützten Steinbock mit Erfolg umgesetzt. Nach Auskunft des Bundesamts für Umwelt BAFU ist mit einer Inkraftsetzung auf das Jahr 2020 zu rechnen.

Im Rahmen eines BAFU-Projektes wurde am 08. April 2017 in Nesslau ein Luchs gefangen und sofort nach dem Fang in die Quarantänestation gebracht. Alle Untersuchungen und medizinischen Behandlungen verliefen gut. Das eingefangene Luchsweibchen B134 wurde in den Pfälzerwald Deutschland umgesiedelt.

Ich sagte es damals und sage es heute: Durch eine Umsiedlung von ein oder zwei Luchsen aus dem Toggenburg wird der Bestand bei weitem nicht genügend reguliert.

Liebe Jägerinnen und Jäger, wir vom Vorstand werden das Thema Luchs weiter sehr kritisch verfolgen und uns immer wieder melden. Ebenfalls werden wir alles daran setzen, dass wir die genauen Zahlen der neuen Luchszählung, die zurzeit wieder stattfindet, erhalten.

Auch bei RJSG, nicht zuletzt auch durch den Druck der Werdenberger Jägerinnen und Jäger, haben wir im Vorstand beschlossen, Grossraubtiere (Wolf und Luchs) als Schwerpunktthema für das kommende Jahr 2018 auf die Geschäftsliste zu nehmen.

Ebenfalls wird Herr Regierungsrat Dr. Bruno Damann heute über die Luchse im Toggenburg zu uns sprechen.

Jagschiessen 2017

Einmal mehr führten wir am Samstag, 06. Mai 2017 unser traditionelles Jagschiessen in Nesslau durch. Der Tatsache, dass ab 2016 der obligatorische Schiess-Nachweis jedes Jahr zwingend erforderlich ist, wurde Rechnung getragen. 115 Schützinnen und Schützen besuchten das Jagdschiessen 2017 in Nesslau. Davon haben 73 Jägerinnen und Jäger den Treffsicherheits-Nach-weis gelöst und das vom Kanton verlangte Resultat geschossen.

Die sichere Handhabung der Waffe sind unverzichtbare Bestandteile einer verantwortungsbewussten Jagd. Denn auf der Jagd gilt: Der erste Schuss zählt!

Einmal mehr ist auch dieses Jahr der Gabentisch erwähnenswert. Dank der sehr grossen Unterstützung unserer langjährigen Gönner umfasst der Wert aller 130 Preise über Fr. 6‘000.– Der Vorstand des Jägervereins Toggenburg möchte allen Sponsoren ganz herzlich danken für die grosse Unterstützung. Einen grossen Dank richten wir an die 7 Hauptsponsoren – es sind dies:

  • Felix Martin, Hi-Fi und Video Studios, Lachen SZ
  • Patrick Müller, SchiessKino Hagerbach
  • Vereinsmitglied Valentin Stohler, Ebnat-Kappel
  • Vereinsmitglied Armin Bürge, Schwarzenbach
  • Hedinger Waffen, St. Gallen
  • Vereinsmitglied Markus Brändle, Wildhaus
  • Vereinsmitglied Erwin Kobelt, Marbach, der seit über 25 Jahren jedes

    Jahr über 30 Preise spendet.

Herzlichen Dank an Alle!

Dem Jagdmeister (Schützenkönig 2017) Ruedi Scherrer, Krummenau, möchte ich auch an dieser Stelle nochmals herzlich gratulieren für sein sehr gutes Resultat. Leider hat der kurze, aber sehr intensive Sturm unser Schiesszelt sehr stark beschädigt.

Ansonsten konnte das Jagschiessen 2017 unfallfrei abgehalten werden. Ohne grosse Mithilfe könnte ein solcher Anlass nicht durchgeführt werden Der Vorstand dankt allen Besuchern vom Jagschiessen 2017. Allen Helferinnen und Helfern möchten wir auch ganz herzlich danken. Einen ganz grossen Dank möchte ich auch der Jagdgesellschaft Nesslau-Windbläss-Speer, insbesondere Renato Galli für die tadellose Führung der Festwirtschaft ausrichten. Selbstverständlich sind im Dank auch alle Helferinnen und Helfer hinter dem Buffet, im Service und am Grill eingeschlossen.

Die Festwirtschaft am Jagdschiessen 2018 führt die JG Ebnat-Steintal, im Jahr 2019 die JG Gräppelen Alt St. Johann und im Jahr 2020 die JG Krummenau II durch.

Wir danken jetzt schon allen Jagdkollegen für die Zusage, an den kommenden Jagdschiessen mitzuhelfen.

Tbc beim Rotwild

Am Samstag, 17. Juni 2017 organisierte der Jägerverein Toggenburg einen sehr gut besuchten und hoch interessanten Vortrag über ein aktuelles Thema: „Tbc beim Rotwild“.

Jagdliche Erfahrungen und Massnahmen zur Bekämpfung der Krankheit im Vorarlberg und im angrenzenden Ausland war das Thema von Herr Dr. Hubert Schatz aus vom Vorarlberg.

Wir alle hoffen, dass wir im Kanton St. Gallen, ja überhaupt in der Schweiz, nicht in die gleiche Situation kommen wie unsere Kollegen im Vorarlberg. Dr. Hubert Schatz verstand es ausserordentlich gut, uns Jägerinnen und Jäger die Krankheit Tbc vorzustellen. Er teilte uns mit, dass Fachleute sich einig sind, dass aufgrund der aktuellen Tbc-Situation von keiner Gefährdung für den Menschen auszugehen ist. Tourismus und Gastronomie können auch weiterhin auf hochwertige heimische Regionalprodukte vertrauen und diese verwenden.

Unter Vorsitz von Landesrat Erich Schwärzler haben Vertreter der Vorarlberger Landwirtschaft, der Jägerschaft sowie der Jagd-Forst- und Veterinärbehörde einen 13 Punkte-Massnahmenkatalog im Interesse der Sicherheit für die Viehbestände erarbeitet. Damit soll das Risiko einer Übertragung von Tuberkulose zwischen Rotwild und Weidevieh auf den Vorarlberger Alpen möglichst ausgeschlossen werden. Weitere sehr wichtige und gute Informationen können unter land vorarlberg-tbc-vorbeugungmass-nahmenkatalog heruntergeladen werden.

Die Schweiz und Liechtenstein gelten als frei von Tuberkulose bei Nutz- und Wildtieren. Aufgrund von vermehrten TB-Fällen in Westösterreich werden seit 2014 in einem definierten Überwachungsgebiet in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein Wildtiere im Rahmen von zwei Überwachungs-programmen gezielt untersucht.

Wir haben einen sehr interessanten Bericht über die Tuberkulose-Überwachung beim Wild in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein auf unserer Homepage hochgeladen.

Hundegruppe Jägerverein Toggenburg

Die alljährlich angebotenen Schweisshunde-Übungen sind immer stets gut vorbereitet und auch sehr gut besucht. Ich möchte an dieser Stelle, im Namen des Vorstandes vom Jägerverein Toggenburg allen Jägerinnen und Jägern herzlich danken, dass wir jedes Jahr genügend Reviere haben, in denen die Übungen auch durchgeführt werden können, Das ist nicht selbstverständlich.

Beim Hundeobmann vom Jägerverein Toggenburg, Stefan Schädler, möchte ich mich ganz herzlich bedanken für die tolle und sehr gute Arbeit in der Hundegruppe im vergangenen Jahr.

Bruno Forrer wird – als Stellvertreter vom heute abwesenden Hundeobmann Stefan Schädler – kurz informieren, was im vergangenen Jahr, aber sicher auch einen kurzen Ausblick, was im kommenden Jahr auf dem Programm steht.

Bläsergruppe Toggenburg

Die Bläsergruppe Toggenburg führt alle 2 Jahre eine Hubertusmesse auf. Ausser Programm fand am Sonntag, 29. Oktober 2017 in der Kath. Kirche Wildhaus während es sonntäglichen Gottesdienstes die Hubertusmesse statt.

Pfarrer Emil Hobi zelebrierte wie schon lange kein Pfarrer mehr, die feierliche Messe und richtete in einer Predigt die Gedanken über die Aufgabe der Jägerinnen und Jäger, wie auch zur Lebensgeschichte des hl. Hubertus, Bischof von Maastricht, dem Patron von uns Jägern. Das Hirschgeweih mit dem weissen Kreuz vor dem Altar und die Schmückung durch einheimische Wildhauser Jäger trugen zum Sinnbild bei.

Wir möchten Pfarrer Emil Hobi und den Jägern der JG Wildhaus-Nord recht herzlichen Weidmannsdank aussprechen für die feierliche Messe und der jagdlichen Schmückung der Wildhauser Kirche.

Das jagdliche Brauchtum ist ein Jahrhundert altes Kulturgut und hat in jüngster Zeit wieder eher an Bedeutung gewonnen. Die Jagdmusik spielt dabei eine zentrale Rolle. Öffentlichkeitsarbeit, auch ausserhalb von jagdlichen Kreisen, ist zunehmend ein immer wichtigeres Bindeglied zur nichtjagenden Bevölkerung. Diesem Umstand wollen wir auch in Zukunft entsprechend Rechnung tragen. Mit einer eigenen Bläsergruppe im Jägerverein Toggenburg wollen wir einen Beitrag zur Förderung und zum Erhalt dieses Kulturgutes leisten. Wir sind aber auf Mitglieder, die auf dieses schöne und alte Kulturgut nicht verzichten möchten, angewiesen. Darum rufe ich Sie auf, machen Sie mit, kommen Sie in die Bläsergruppe Toggenburg. Nur mit genügend Bläsern können wir die Jagdhornbläsergruppe Toggenburg auch in der Zukunft am Leben erhalten.

Ich möchte meinen Kollegen in der Bläsergruppe Toggenburg unter der Leitung von Otto Küpfer für die wertvolle und geschätzte Pflege des jagdlichen Brauchtums herzlich danken.

Schrotschiessen Starkenbach 2017

Am Samstag, 02 September 2017 führten wir das Schrotschiessen auf der Naturanlage im Steinbruch Starkenbach in Alt St. Johann durch. Trotz miserablen Wetterbedingungen durften wir wieder über 80 Mitglieder und Gäste vom Jägerverein Toggenburg begrüssen.

Die Möglichkeit, seine Schiess-Fertigkeit zu trainieren und dadurch das Vertrauen in seine Waffe und sich selbst zu erhöhen, liegt im vollen Trend. Auch die Gelegenheit, den Treffsicherheits-Nachweis gemäss JFK-Standard zu schiessen, wurde rege genutzt und geschätzt.

Neben der Hasen-Kippscheibe konnten wir auch unsere zwei stehenden Keiler-Scheiben platzieren.

Die Festwirtschaft unter der Leitung einer charmanten Dame sorgte einmal mehr für das leibliche „Wohl“. Die Tatsache, dass wir unser Schiessen Jahr für Jahr im Steinbruch Starkenbach durführen können, ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Wir möchten unserem Kassier und Chef vom Steinbruch Starkenbach, Peter Bitschnau danken für seine Grosszügigkeit. Vergessen wir aber auch nicht den Dank an alle Teilnehmer, welche mit ihrer Präsenz die Wichtigkeit des Anlasses markiert haben.

Dank

Am Schluss meines Jahresberichtes ist es mir ein grosses Anliegen, meinen Kollegen im Vorstand für die angenehme und sehr gute Zusammenarbeit, sowie für ihren Einsatz für den Toggenburger Jägerverein bestens zu danken. Einen besonderen Dank richte ich an die Kollegin und Kollegen im Vorstand Revierjagd St. Gallen, vorab dem sehr umsichtigen Präsidenten Peter Weigelt.

Ebenfalls danken möchte ich unserer Jagdbehörde, auch wenn ich nicht immer der gleichen Meinung bin.

Einen ganz grossen Dank richte ich an die Stadtverwaltung Lichtensteig, insbesondere Stadtpräsident Mathias Müller für die gute und kooperative Zusammenarbeit im Interesse unserer gemeinsamen Sache.

Speziell möchte ich aber Euch allen, liebe Jagdkameradinnen und Jagdkameraden herzlichen Weidmannsdank aussprechen für die Bereitschaft, sich mit der Jagd im heutigen Umfeld auseinander zu setzen.

Auch Ihnen, liebe Gäste, danke ich für Ihr wohlwollendes Interesse am Jäger-verein Toggenburg. Ich wünsche Euch, liebe Jagdkameradinnen und Jagdkameraden guten Anblick, Glück und Gesundheit und zwischendurch einmal ein kräftiges Weidmannsheil im kommenden Jagdjahr 2018.

  1. Februar 2018

Köbi Rutz, Obmann JVT

Jägerverein Toggenburg