78. Hauptversammlung vom Jägerverein Toggenburg (Jahresbericht)


Jahresbericht
des Präsidenten über 2018

 

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Liebe Jägerinnen und Jäger, sehr geehrte Gäste

Die Schweiz besteht vielerorts aus einer vom Menschen beeinflussten Kulturlandschaft. Die Wälder werden bewirtschaftet und Felder, Wiesen oder Siedlungen prägen die Landschaft. Wildtiere und Menschen leben oft nahe zusammen. Dieses Zusammenleben kann nur funktionieren, wenn die Interessen Aller berücksichtigt werden. Wildtiere benötigen beispielsweise Nahrung, Verstecke, Wintereinstände und Plätze für die Jungtieraufzucht. Die Menschen möchten zum Teil intensive Land- und Forstwirtschaft betreiben. Die Jagd, also wir Jägerinnen und Jäger stehen mitten in diesem Interessensfeld. Früher nutzten die Menschen ihre Jagdbeute vorwiegend, um Fleisch, Felle und Knochen zu gewinnen. Auch heute ist hochwertiges Wildfleisch immer noch sehr beliebt und ein wichtiger Grund zum Jagen. Doch die Jagd ist heute vielseitiger und versucht, alle Interessen zu berücksichtigen und zu vertreten. Somit profitieren nicht nur wir Menschen von der Jagd, sondern auch die Wildtiere.

Die gut und fundiert ausgebildeten Jägerinnen und Jäger in unserem Kanton St. Gallen sorgen zusammen mit Förstern und Landwirten seit vielen Jahren auf bewährte Art und Weise dafür, dass das hochsensible Nebeneinander und Miteinander von Mensch und Tier möglichst ungestört und artgerecht verläuft.Selbstverständlich gab und gibt es zwischendurch mit der Forst- aber auch mit der Landwirtschaft unterschiedliche Auffassungen. Das Gespräch über die Jagd, über unsere Passion soll gesucht und geführt werden, ohne dabei missionarisch zu wirken. Darum habe ich die wuchtige Ablehnung der Initiative „Wildhüter statt Jäger“ im Kanton Zürich erfreut zur Kenntnis genommen.Nachdem der Zürcher Kantonsrat die Initiative einstimmig abgelehnt hat, erteilte nun auch die Zürcher Stimmbevölkerung am Abstimmungs-wochenende vom 22./23. September 2018 der Initiative eine sehr deutliche Abfuhr. 84% wollen am bewährten System festhalten. Wir Jägerinnen und Jäger geniessen bei der Schweizer Bevölkerung eine hohe Glaubwürdigkeit. Unsere Arbeit für die Natur und die Artenvielfalt ist sehr breit anerkannt. Wir Jägerinnen und Jäger müssen immer und weiterhin am Ball bleiben. Wir müssen überzeugen, müssen uns nicht verstecken, stets einen sachlichen Dialog führen und einen intensiven Kontakt zur Bevölkerung pflegen. Das ist gute Öffentlichkeitsarbeit.

OLMA 2018
Die OLMA 2018 und die Sonderschau „Natur erleben“ – Jagd und Bio-diversität“ ist vorbei. Die Sonderschau mit allen Teilprojekten wie Symposium, Olma-Umzug, Arena-Auftritt, Hubertusfeier und Olma-Schiessen hat ihre Ziele hervorragend erreicht. Wir konnten einem sehr grossen Publikum die Zusammenhänge in der Natur und auch die Notwendigkeit und den Nutzen der Jagd auf sehr verständliche Weise näher bringen.Am Sonntag, 21. Oktober 2018 durften wir vom Jägerverein Toggenburg den sehr interessanten Stand betreuen. Möchte allen herzlich Weidmannsdank aussprechen für Eure spontane Bereitschaft und den grossen Einsatz am 21. Oktober an der Olma in St. Gallen. Das war eine super Öffentlichkeitsarbeit. Ganz speziell möchte ich unserer Bläsergruppe Toggenburg danken für ihre Auftritte an diesem Sonntag an der Olma.

Luchs Fotofallenmonitoring Winter 2017/18
Im vergangenen Winter 2017/18 wurde zum sechsten Mal das Fotofallenmonitoring in der Nordostschweiz durchgeführt. An 70 Standorten standen je zwei Fotofallen während 60 Nächten im Einsatz. Im gesamten Referenzgebiet von 932 km² wurden bei 94 Ereignissen 17 selbständige  Luchse und acht bis zehn Jungtiere aus fünf verschiedenen Würfen fotografiert. Dies ergibt einen errechneten und geschätzten Bestand von 20 selbständigen Luchsen mit einer Dichte fürs Referenzgebiet von 2.53 selbständigen Luchsen pro 100 km² geeignetem Habitat.

Die Dichte ist im Vergleich zum Wert der letzten Erhebung vom Winter 2014/15 nochmals angestiegen. Die Anzahl Luchse ist im Tössstock angestiegen, während sie im Gebiet Speer, Churfirsten und Alvier gesunken ist und nördlich der Thur im Alpstein stabil blieb. Das die Aussagen der Verantwortlichen des Kova-Berichtes.

Ich bin mir bewusst, dass die Aussage  (2.53 Luchse pro 100 km²) für uns im Toggenburg mit Sicherheit nicht stimmt. Ich frage mich sowieso, warum bei den Luchsen – und zwar von Anfang an – nie über eine Dunkelziffer gesprochen wird. Bei allen anderen Wildarten, wo gezählt wird, rechnen wir  oder müssen wir eine Dunkelziffer dazu rechnen. Eine kleine positive Mitteilung kam am 24. Januar 2019 von der JV-St. Gallen.

„Auch in diesem Winter werden wieder Luchse in der Schweiz für ein Auswilderungsprojekt im Pfälzer-Wald Deutschland eingefangen. Aus der Nordostschweiz können maximal zwei Luchse gefangen werden. Auch hier liegt die Projektleitung beim Bund.“ Wo, wieviel und wann, werden wir eventuell einmal erfahren.

Stopp Tierleid gegen Zäune als Todesfallen von Wildtieren
Im Kanton St. Gallen werden Wildtiere in besorgniserregend hoher Zahl durch Zäune – oft tödlich – verletzt. Wildtiere erkennen Zäune gerade auf der Flucht häufig nicht als Grenze. Der Missstand ist seit langem bekannt. Die von der St. Galler Jägerschaft gemeinsam mit Pro Natura und dem WWF vorbereitete Gesetzesinitiative „Stopp dem Tierleid“, für die wir ab heute Unterschriften sammeln werden, wird von den  Gegnern immer wieder als überflüssig, nutzlos und unverhältnismässig abqualifiziert. Darum wird uns heute Peter Weigelt, Präsident RevierJagd St. Gallen im Geschäft Nr. 10 informieren, dass diese Initiative notwendig, geeignet und zumutbar ist. Wir sind auf eine geschlossene Unterstützung aller Jägerinnen und Jäger angewiesen. Denn mit einer erfolgreichen Initiative können wir gegenüber Regierung und Parlament beweisen, dass wir in der politischen Debatte nicht einfach übergangen werden können, sondern dass wir gemeinsam in der Lage sind, uns für unsere Anliegen wirkungsvoll zu wehren.

Jagschiessen 2018
Am Samstag, 28. April 2018 führten wir unser traditionelles Jagdschiessen in Nesslau durch. Mit 130 Schützinnen und Schützen hatten wir einen absoluten Rekord zu verbuchen. Davon haben 80 Jägerinnen und Jäger den Treffsicher-heits-Nachweis gelöst und das vom Kanton verlangte Resultat geschossen. Die sichere Handhabung der Waffe sind unverzichtbare Bestandteile einer verantwortungsbewussten Jagd. Einmal mehr ist der Gabentisch erwähnenswert. Dank der sehr grossen Unterstützung unserer langjährigen Gönner und Sponsoren umfasste der Wert aller 140 Preise über Fr. 8‘000.–. In diesem Zusammenhang möchte der Vorstand den vielen Sponsoren und Gönnern herzlich danken.

Dem Jagdmeister (Schützenkönig 2018) Josef Kistler, Jagdgesellschaft Wattwil-Tweralp, möchte ich an dieser Stelle nochmals herzlich gratulieren für sein sehr gutes Resultat. Allen Helferinnen und Helfern möchten wir auch ganz herzlich danken, ohne sie könnte ein solcher Anlass nicht durchgeführt werden. Einen ganz grossen Dank möchten wir auch der Jagdgesellschaft Steintal Ebnat-Kappel, insbesondere dem Obmann Bruno Thalmann für die tadellose Führung der Festwirtschaft ausrichten. Die Festwirtschaft  vom 27. April 2019 führt die Jagdgesellschaft Gräppelen Alt St. Johann und im Jahre 2020 die Jagdgesellschaft Krummenau 2. Wir danken jetzt schon allen Jagdkollegen für die Zusage, an den kommenden Jagdschiessen mitzuhelfen.

Am Jagdschiessen 2017 hatte ein sehr intensiver Sturm alle Blachen vom Schiesszelt total beschädigt. Die Kosten für uns betrugen Fr. 5‘500.– und bei einem Elementarschaden muss ein hoher Selbstbehalt übernommen werden. Dank grosszügigen Spenden von sechs Firmen konnten wir den obliga-torischen Selbstbehalt finanzieren. Es sind dies:

  • Baugeschäft Bärlocher AG, St. Gallen
  • Burgerstein Uli, Rapperswil
  • Antistress AG, Rapperswil
  • Raiffeisenbank Obertoggenburg, Neu St. Johann
  • Baugeschäft E. Weber AG, Wattwil
  • Wild + Küpfer AG, Schmerikon

Der Vorstand und wir alle im JVT möchten diesen Firmen ganz, ganz herzlich danken für die grosse finanzielle Unterstützung.

Fangschussseminar
Am Samstagvormittag, 25. Mai 2018 führten wir ein Fangschussseminar im Steinbruch Starkenbach durch. Als Experten und Referenten konnten Oblt. Valentin Aggeler, Kantonspolizei St. Gallen und Rolf Wildhaber, kantonaler  Wildhüter  Kreis 3, gewonnen werden.

 

 

Bei strahlendem Wetter konnten wir über 50 Jägerinnen und Jäger begrüssen. Durch das sehr interessante Seminar konnten den Anwesenden der korrekte Fangschuss und seine Aspekte, im Zusammenhang mit der Jagd, bei Wildunfällen im Verkehr und dem Abschuss von kranken Tieren vermittelt werden. Mit theoretischen Übungen und praktischen Arbeiten konnte das doch sehr komplexe Thema vertieft werden. Das Fangschussseminar war in allen Teilen ein voller Erfolg.

Kurs Wildbret-Verwertung
Am 8. September 2018 organisierten wir erstmals einen Kurs zum Thema Wildbret-Verwertung. Der Kurs wurde in den Räumlichkeiten der Metzgerei Götzl, Brunnadern durchgeführt.
Themen wie Wildbrethygiene, Verhalten vor dem Schuss, richtiges Aufbrechen, Strecke legen, neues Lebensmittelgesetz, Lagerzeiten usw. wurden während der praktischen Arbeit am Tier besprochen, Jägerinnen und Jäger konnten selber Hand anlegen. So wurden drei Rehe zerwirkt, welche noch komplett in der Decke waren. Am Schluss konnten alle Teilnehmer die selbst hergestellten Köstlichkeiten vom Grill degustieren. Ich möchte meinen zwei Vorstandskollegen Fabio Jud und Stephan Schädler recht herzlich danken für den sehr interessanten Wildbret-Verwertungskurs. Auch der Metzgerei Götzl in Brunnadern möchte ich danken für das Gastrecht.

Hundegruppe Jägerverein Toggenburg
Die alljährlich angebotenen Schweisshunde-Übungen sind immer stets gut besucht und gut vorbereitet. Ich möchte im Namen des Vorstandes vom JVT allen Jägerinnen und Jäger herzlich danken, dass wir jedes Jahr genügend Reviere haben, in denen die Übungen auch durchgeführt werden können.
Unser Hundeobmann vom JVT, Stephan Schädler wird uns nach meinem Bericht kurz informieren, was im vergangenen Jahr, aber sicher auch einen kurzen Ausblick, was im kommenden Jahr auf dem Programm steht.

Bläsergruppe Toggenburg
Die Jägerinnen und Jäger feiern
jeweils im November den heiligen Hubertus, der Patron von uns Jägerinnen und Jäger.Am Sonntag, 25. November 2018 fand während des sonntäglichen Gottesdienstes die Hubertusmesse in der Kirch von Mels statt. Dank den beiden Bläserkameraden Hans Mathis aus Mels und Robert Kohler aus Pfäfers durften wir Toggenburger Jagdhornbläser die Hubertusmesse in Es aufführen. Die Messe wurde vom Melser Pfarrer und seinem Bruder, der aus Polen zu Besuch weilte, zelebriert. Wir Jagdhornbläser, aber ich glaube auch Pfarrer Kaczor, waren überwältigt von der grossen Besucherzahl in der Kirche, was beweist, dass die Hubertusfeier von der Jägerschaft nach wie vor als Ehrentag geachtet wird.Ich möchte meinen Kollegen in der Bläsergruppe Toggenburg unter der Leitung von Otto Küpfer für die wertvolle und geschätzte Pflege des jagdlichen Brauchtums herzlich danken.

Die Hubertusmesse in diesem Jahr findet am Sonntag, 3. November 2019 in Lütisburg statt.

Dank
Am Schluss meines Jahresberichtes ist es mir ein grosses Anliegen, meinen Kollegen im Vorstand für die angenehme und sehr gute Zusammenarbeit, sowie für ihren Einsatz für den Toggenburger Jägerverein bestens zu danken. Einen besonderen Dank richte ich an die Kollegin und die Kollegen im Vorstand RevierJagd St. Gallen, vorab dem sehr umsichtigen und aktiven Präsidenten Peter Weigelt.

Ebenfalls danken möchte ich unserer Jagdbehörde, der Stadtverwaltung Lichtensteig, insbesondere Stadtpräsident Mathias Müller für die gute und kooperative Zusammenarbeit im Interesse unserer gemeinsamen Sache.

Speziell möchte ich aber Euch allen, liebe Jagdkameradinnen und Jagdkameraden herzlichen Weidmannsdank aussprechen für die Bereitschaft, sich mit der Jagd im heutigen Umfeld auseinander zu setzen.

Auch Ihnen, liebe Gäste, danke ich für Ihr wohlwollendes Interesse am Jäger-verein Toggenburg. Ich wünsche Euch, liebe Jagdkameradinnen und Jagdkameraden guten Anblick, Glück und Gesundheit und ein kräftiges Weidmannsheil im kommenden Jagdjahr.

  1. Februar 2019

Köbi Rutz, Obmann JVT

 

Jägerverein Toggenburg